Internationalisierungs- konzept
Internationalisierungsreport 2010
International Office
IDEA League an der RWTH
Rektoratsbeauftragte für internationale Zusammenarbeit
Die RWTH Aachen verpflichtet sich in ihrem Internationalisierungskonzept der Internationalisierung von Forschung und Bildung. Als Hochschule mit dem Anspruch einer weltweit konkurrenzfähigen Bildungs- und Wissenschaftseinrichtung mit globaler Reichweite, sieht sich die RWTH hiermit den Ansprüchen des internationalen Wettbewerbs um die „besten“ Köpfe und Ideen gewappnet. Internationalisierung wird somit als ein qualitativ orientierter Prozess verstanden, der die Hochschule mittel- bis langfristig in ihrem Selbstbild wie auch in ihrem Außenbild verändern wird.
Ausführlichere Informationen finden Sie nachfolgend zu den Handlungsfeldern:
Organisationsentwicklung - Personalentwicklung - Studium & Lehre - Forschung - Qualitätsmanagement
Um organisatorische Strukturen in der Hochschule zu schaffen, die diesen Prozess proaktiv unterstützen, strebt die RWTH Aachen die Sicherung eines attraktiven interkulturell geprägten Studien- und Forschungsumfeldes an. Die Einrichtung und Etablierung des International Office mit dem hier angesiedelten Info-Service-Center, das als Ansprechperson für deutsche wie auch internationale Studierende, Doktorandinnen und Doktoranden sowie Gastwissenschaftler/innen dient, und den Verbindungsbüros in Peking und New York sind wichtige Instrumente zur Umsetzung dieses Ziels. Zusätzlich werden Serviceangebote in Hinblick auf die zunehmend internationalen Akteure ausgerichtet – die Einrichtung eines 2-sprachigen Campus-online-Systems wird beispielsweise den Zugang für internationale Studierende zu studienrelevanten Informationen erheblich vereinfachen.
Auch die internationale Kooperation mit anderen exzellenten Hochschulen weltweit ist entscheidend für die erfolgreiche Umsetzung des Internationalisierungskonzepts der RWTH Aachen. Die bereits etablierten Strukturen der IDEA-League, dem Zusammenschluss der führenden europäischen technischen Hochschulen, werden ergänzt durch eine zielgerichtete Ausweitung der Beziehungen zu Hochschulen in den Schwerpunktländern USA, Japan, Korea, China, Indien und Russland, die durch länderspezifische Rektoratsbeauftragte gewährleistet werden. Diese entwickeln in Abstimmung mit dem Rektorat Länderkonzepte, die neben universitären auch Partner in der Industrie benennen und ansprechen sollen.
Zur Verbesserung der internationalen Sichtbarkeit und im speziellen zur Gestaltung und Etablierung der Marke RWTH, die von internationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Studierenden wahrgenommen und geschätzt werden soll, wird die RWTH Aachen bei der Entwicklung eines einheitlichen Marketingkonzeptes auch ein eigenes Auslandsmarketing integrieren. Zusätzlich bemüht sich das International Office um die zweisprachige Ausführung sämtlicher Informationsbroschüren sowie des Internetangebots der RWTH Aachen und hat dies mit Stand 2010 auch bereits für 70 Drucksachen und ausgewählte Teile des Onlineauftritts umsetzen können.
Um im internationalen Wettbewerb um die „besten“ Köpfe der Wissenschaft zu bestehen und gleichzeitig auch die Diversität der RWTH-Angehörigen zu erhöhen, bedarf es einer aktiven Rekrutierung von internationalen Studierenden und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Hier setzt die Aktivitäten zum „International Recruiting“ an, die sich bisher primär auf die Rekrutierung von hochqualifizierten Masterstudierenden und Doktorandinnen und Doktoranden konzentriert. Im Rahmen des Auslandsmarketing wird für jedes der weiter oben genannten Schwerpunktländer ein angepasstes Rekrutierungskonzept entwickelt, dass sich auch auf die Erfahrungen und Empfehlungen von RWTH-Alumnis aus den entsprechenden Ländern stützt. Zusätzlich liegt ein Fokus auf der systematischen Ausschreibung von Professorinnen- und Professorenstellen in internationalen Fachzeitschriften sowie auf der gezielten Einladung und Betreuung von internationalen Stipendiatinnen und Stipendiaten.
Neben der Rekrutierung internationaler Mitarbeitender ist auch die Betreuung und Qualifizierung der eigenen deutschen wie auch internationalen Mitarbeitenden in Hinblick auf die Erfordernisse und Bedarfe, die sich durch die Internationalisierung des Hochschulwesens ergeben, ein entscheidender Aufgabenbereich an der RWTH Aachen. Bereits etabliert haben sich Weiterbildungsangebote, die auf die Steigerung der Sprachkompetenz und die Förderung einer interkulturellen Kompetenz abzielen. Neben den Angeboten des Dual Career Service, das unter anderem internationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie ihren Partnerinnen und Partnern als Starthilfe in der neuen Umgebung zur Seite steht, sind auch die Sprachkurse des Sprachenzentrums der RWTH Aachen, sowie die entsprechenden Angebote im Rahmen der Starter Kits für neu berufene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an der RWTH zu nennen. In Folge des Internationalisierungskonzeptes der RWTH Aachen sind weitergehende Maßnahmen geplant, die zur Steigerung der Mobilität der an der RWTH Aachen beschäftigten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beitragen. Hierzu zählt die Einrichtung eines Mobilitätsfonds, der Auslandsaufenthalte von mindestens einem Monat oder mehr an Partneruniversitäten in den Schwerpunktländern ermöglichen soll.
Im Zuge des Internationalisierungskonzeptes möchte die RWTH Aachen ihre Bemühungen um die Rekrutierung von internationalen Studierenden intensivieren und gleichzeitig die Auslandsmobilität ihrer Studierenden weiter fördern. Neben den Bemühungen im Rahmen des „International Recruiting“ werden in den ebenfalls bereits angesprochenen international ausgerichteten Marketing- und Rekrutierungskonzepten der RWTH Aachen auch exzellente Studierende aus den jeweiligen Schwerpunktländern angesprochen. In diesem Rahmen wird jede Fakultät, falls noch nicht geschehen, mindestens einen englischsprachigen Masterstudiengang einrichten. Zum WS 09/10 standen Interessierten insgesamt 10 englischsprachige Masterstudiengänge zur Auswahl. Um internationalen Studierenden den Start in das neue Studienumfeld zu erleichtern bietet die RWTH Aachen über das International Office Sprachkurse oder auch Mentoringprogramme für internationale Studierende (Be Buddy) an, aber auch die Möglichkeit für deutsche Studierende ein Zertifikat „Internationales“ zu erlangen, in dem sie ihr ehrenamtliches Engagement für die Unterstützung und Integration internationaler Studierender an der RWTH Aachen bescheinigen lassen können.
Die Auslandsmobilität ihrer Studierenden fördert die RWTH Aachen bereits mit den beiden Programmen UROP international und UROP abroad, die Studierenden der RWTH Aachen und ihrer Partneruniversitäten in den USA die Möglichkeit bieten, schon während der Studienzeit an Forschungsprojekten im Ausland teilzunehmen und erste Erfahrungen im internationalen Forschungsbetrieb zu erlangen. Die Summer Schools im Rahmen der IDEA-League stellen ergänzend eine Möglichkeit dar, Einblicke in aktuelle, internationale Forschungsgebiete zu erhalten und zusammen mit Studierenden der Partneruniversitäten soft skills zu erlangen, die die Studierenden auf den internationalisierten Forschungsalltag vorbereiten. Zusätzlich vergibt die IDEA-League auch Stipendien für Kurzzeitforschungsaustausche an die Studierenden der fünf Partneruniversitäten.
Zusammenfassend möchte die RWTH insgesamt eine Steigerung der Anzahl von internationalen Studierenden erreichen (Gesamtzahl WS 09/10: 5.164, Anteil an allen Studierenden: 15,7 %). Außerdem soll die systematische Förderung von studienbezogenen Auslandsaufenthalten von mindestens 20% der Studierenden eines Studienjahrgangs in Anspruch genommen werden.
Die bisher aufgezeigten Maßnahmen tragen zur Steigerung der Innovations- und internationalen Wettbewerbsfähigkeit der Hochschule als Forschungseinrichtung bei. Im speziellen sind hier noch einmal die Mobilitätsfonds und –stipendien zu nennen, die es Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Studierenden der RWTH Aachen ermöglichen und erleichtern sollen, forschungsbezogene Auslandsaufenthalte wahrzunehmen. Hier ist es ein Ziel, die Anzahl von forschungsrelevanten Auslandsaufenthalten von RWTH-Angehörigen aber auch von internationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Studierenden an der RWTH Aachen selber zu erhöhen.
Eine gute Übersicht über die Entwicklung der RWTH Aachen im Bereich Internationalisierung bietet der jährlich erscheinende Internationalisierungsreport der RWTH Aachen, der umfassende Zahlen zum Thema zusammenträgt und aus dem auch mittelfristige Trends ersichtlich sind.