Hochschulen als Bildungs- und Wissenschaftsorganisationen sehen sich gesellschaftlichen Prozessen gegenüber, die zu einer zunehmenden Diversität ihrer Studierenden, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und anderen Beschäftigten führt und damit neue Herausforderungen an sie stellt. Um diesen Entwicklungen gerecht zu werden, hat die RWTH Aachen mit dem IGaD Gender und Diversity Management an der Hochschule implementiert. Die Stabsstelle unterstützt die Hochschule in ihrem Anliegen, mit dieser Diversität bewusst umzugehen. Die RWTH Aachen möchte hierdurch nicht nur die Potentiale und Synergien an der Hochschule steigern, sondern es geht ihr in erster Linie auch um das Ziel der Antidiskriminierung. Nur in einer diskriminierungsfreien Hochschule wird auch die Entfaltung des ganzen in der Vielfalt liegenden Potenzials sowohl für die Menschen als auch für die Organisation ermöglicht.
Das IGaD als Stabsstelle des Rektorats
Mit der Schaffung einer Stabsstelle Gender and Diversity Management im Jahr 2007 war die RWTH Aachen bundesweit die erste technische Hochschule, die damit vorgegeben hat, das Ziel einer stark impulsgebenden Struktur für die Umsetzung eines Gender and Diversity Managements zu verfolgen.
Das IGaD unterstützt die Hochschule dabei, Gender und Diversity auf allen Ebenen der Hochschule zu integrieren. Es koordiniert die gender- und diversityrelevanten Arbeitsprozesse und führt die verschiedenen Akteurinnen und Akteure zusammen.
Zu den zentralen Aufgaben des IGaD gehören:
- Strategieentwicklung: Das IGaD entwickelt Strategien, Konzepte und Ziele, die Gender und Diversity in Lehre, Forschung und zentralen Organen und Gremien der Hochschule verankern sollen.
- Controlling: Das IGaD hat die Aufgabe, vorhandenes Gender und Diversity-Bewusstsein, Wissen und Kompetenzen in Lehre, Forschung, Verwaltung und Gremien transparent zu machen und in die Steuerungsinstrumente der Hochschule zu integrieren.
- Consulting: Das IGaD ist mit seiner Gender und Diversity-Expertise die zentrale Anlaufstelle für Fakultäten und Einrichtungen der RWTH im Hinblick auf Fragen, die sich auf Gender und Diversity-relevante Bereiche beziehen.
- Mentoring: Mit der Durchführung von Mentoring-Programmen für unterschiedliche Zielgruppen verfolgt das IGaD eine gender- und diversitygerechte Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und unterstützt diesen in seiner Karriereplanung.
- Sensibilisierung: Das IGaD sensibilisiert für gender- und diversityrelevante Fragestellungen durch Tagungen, Veranstaltungen, Vorträge, Publikationen und weitere Formen der Öffentlichkeitsarbeit.
Damit trägt die Stabsstelle zur Durchsetzung von Gleichberechtigung und Vielfalt in den verschiedenen Organisationseinheiten und Tätigkeitsfeldern der Hochschule bei.
Das Aachener Gender-Dreieck und Diversity-Transfer
Im Rahmen des Aachener Gender-Dreiecks (Gleichstellungsbeauftragte, Professuren mit Gender-Denomination und IGaD) sollen in der Stabsstelle praktische Erfahrungen aus dem Bereich der Gleichstellungsbeauftragten mit wissenschaftlichen Impulsen der Genderprofessuren zu neuen, praxisnahen Empfehlungen für mehr Gleichstellung von Frau und Mann an der RWTH entwickelt werden. Die langjährige Erfahrung aus der Gleichstellungsarbeit bietet dabei vielfältige Ansätze, die Erfahrungen auf die Aktivitäten in anderen Diversity-Kontexten zu übertragen und Synergien herzustellen.
Die Integration von Gender- und Diversity-Perspektiven bedeutet demnach:
- ein kohärentes Personal- und Organisationsentwicklungskonzept unter Einbeziehung von Gender und Diversity zu entwickeln, fortzuscheiben und umzusetzen,
- Gender- und Diversity-Perspektiven in den unterschiedlichen Kontexten von Hochschule und in Kooperation mit allen relevanten Akteurinnen und Akteuren innerhalb und außerhalb der Hochschule umzusetzen (Gender und Diversity Management als Querschnittaufgabe),
- Unterstützung der zentralen und wissenschaftlichen Einrichtungen der Hochschule bei der Entwicklung entsprechender Maßnahmen und Projekte durch das IGaD
um so
- Change Management Prozesse an der RWTH aktiv und fair zu gestalten,
- offen für innovative Impulse und Wege zu sein,
- das Geschick zu entwickeln, die Potentiale von Menschen zu erkennen sowie diese begeistern zu können.
Insgesamt versteht sich Gender und Diversity Management an der RWTH Aachen als unverzichtbarer Teil des umfassenden Reorganisationsprozesses der Hochschule, der auf der Wertschätzung von Vielfalt und Herstellung von Chancengleichheit in allen Bereichen der Hochschule basiert. Angestoßen wurde dieser Prozess durch die Umsetzung des Zukunftskonzepts und dessen Fortführung im Rahmen der Exzellenzinitiative.