Koordinator der Vergabe der fachdidaktischen Stipendien:
Univ.-Prof. Dr. rer. nat. Aloys Krieg
Kontaktdetails
Betreuer: Prof. Dr. Ullrich Englert (Institut für Anorganische Chemie)
Das mangelnde Interesse an den MINT-Fächern hat sich in den letzten Jahren immer deutlicher gezeigt. Es spiegelt sich in der Wahl der Grund- und Leistungskurse in der Oberstufe, in den geringeren Studierendenzahlen in naturwissenschaftlichen Fächern und schließlich im Mangel an qualifizierten Fachkräften in Naturwissenschaften und Technik in der Industrie wieder. Durch Lernortlabore kann das Interesse der Schülerinnen und Schüler für Naturwissenschaften geweckt werden.
Die Schülerinnen und Schüler führen in diesen Lernortlaboren selbständig Versuche zu curriculumsfremden Inhalten durch, die einen Bezug zum theoretisch erworbenen Wissen aus der Schule und eigenen Erfahrungen ihres Alltags herstellen. Somit kann ihr Wissen erweitert und vertieft sowie ihr Interesse geweckt und gefördert werden. Außerdem werden praktische Fähigkeiten entwickelt und geschult. Lernortlabore vermitteln ein zeitgemäßes Bild der Aufgaben und Arbeitsweisen in den Naturwissenschaften, wodurch die Schülerinnen und Schüler die dort angesiedelten Berufsfelder kennenlernen können. Aufgabe des Promotionsprojektes ist der Ausbau und die Weiterentwicklung dieses Lernortlaborkonzeptes im Bereich der Chemie, so dass neben den Schülerinnen und Schülern auch Lehramtsstudierende und Lehrkräfte eingebunden werden; denn nur durch die Einbindung aller am Bildungssystem beteiligten Glieder kann langfristig eine Verbesserung erreicht werden.
Dieses neue Lernortlaborkonzept trägt den Namen (Chemie-AG)², da es nicht nur eine Chemie-AG für Schülerinnen und Schüler, sondern auch für Lehramtsstudierende darstellt. Diese sollen durch die Betreuung der Schülerinnen und Schüler bei der Arbeit im Labor didaktische Erfahrungen im direkten Kontakt mit den Jugendlichen sammeln und sich im verständlichen und didaktisch reduzierten Erklären chemischer, curriculumsfremder Inhalte üben. Zudem können sie Kontakte zu Lehrkräften knüpfen und mit Ihnen Erfahrungen austauschen sowie mehr Informationen über den Schulalltag erhalten.
Die Lehrerinnen und Lehrer können aus einem umfangreichen Repertoire an didaktisch aufgearbeiteten Versuchen für ihre Chemie-AG an der Schule oder den Unterricht schöpfen. Außerdem kann die (Chemie-AG)² zur Erweiterung des Fachwissens der Lehrkräfte beitragen (Lehrerfortbildung), speziell bei der Durchführung von Schülerversuchen zu aktuellen Forschungsinhalten.