Berücksichtigung von Geschlecht und Vielfältigkeit in der Forschung

 

Seit der Stellungnahme „Relevanz von Geschlecht und Vielfältigkeit“ des DFG-Senats vom April 2020 fordert die DFG, dass Sie Ihr Forschungsdesign und Ihre Forschungsinhalte reflektieren und die Berücksichtigung von Gender- und Diversityaspekten bereits im Forschungsantrag erläutern. Nur so können Lücken in den Forschungsergebnissen verhindert werden. Das Kapitel „Relevanz von Geschlecht und/oder Vielfältigkeit“ ist inzwischen in alle Antragsvorlagen aufgenommen worden.

 

Forschung und Produktentwicklung orientieren sich oftmals an einseitig normativen Standards. Variablen wie das biologische und/oder kulturelle Geschlecht, die soziale und/oder ethnische Zugehörigkeit, die physische und/oder psychische Konstitution, die sexuelle Orientierung, religiöse Zugehörigkeit oder Weltanschauung, das Lebensalter etc. finden oftmals keine angemessene Berücksichtigung in den Forschungsdesigns und -inhalten.

Dies produziert Daten- und Wissenslücken, die Forschungsergebnisse verfälschen, Diskriminierungen befördern (z.B. Sensoren, die nur helle Hautfarben erkennen) und dadurch Denkweisen und Entscheidungen einseitig beeinflussen sowie – unter Umständen – sogar eine Gefahr für Leib und Leben der nicht dem Prototyp entsprechenden Personen bedeuten (z.B. Crash-Test-Dummies, die sich am männlichen Körperbau orientieren).

Im Sinne einer allgemeingültigen, übertragbaren und nachhaltigen Forschung sind Wissenschaftler*innen daher aufgerufen, derartige Biases in der Forschung aktiv zu vermeiden bzw. zu korrigieren.