DFG stärkt die Bedeutung des Themas "Diversität" im deutschen Wissenschaftsbetrieb

05.07.2022

Mit einer neuen Initiative richtet die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ihre Standards und ihr Förderhandeln stärker auf das Thema "Diversität" aus. So wurde der Aspekt der Diversität auf Beschluss der Mitgliederversammlung 2022 in die sogenannten Forschungsorientierten Gleichstellungsstandards aufgenommen und ihr Name entsprechend erweitert. Zudem verabschiedete der Hauptausschuss der DFG ein neues integriertes Gleichstellungs- und Diversitätskonzept für das Förderhandeln der DFG.

 

So heißt es in den erweiterten Forschungsorientierten Gleichstellungs- und Diversitätsstandards:

Ziel ist, die Gleichstellung aller Personen mit unterschiedlichen Geschlechtern, Hintergründen, Erfahrungen und Eigenschaften in der Wissenschaft nachhaltig zu befördern. Ihre Talente, ihre Potenziale und ihre Ideenvielfalt sollen zur Steigerung der Qualität von Forschung und Lehre eingebracht werden. Die Verantwortung dafür und für die Gewährleistung eines angemessenen Verhältnisses insbesondere von Frauen und Männern auf allen wissenschaftlichen Karrierestufen liegt bei jeder einzelnen Einrichtung.
In den Blick zu nehmen sind zudem weitere  Diversitätsdimensionen, wie Geschlecht und geschlechtliche Identität, sexuelle Orientierung, Alter, ethnische Herkunft und Nationalität, soziale Herkunft (beispielsweise unter folgenden Aspekten: ökonomische Situation, Herkunft aus nicht-akademischer Familie, Migrationsgeschichte), Religion und Weltanschauung, Behinderung oder chronische/langwierige Erkrankung.

Auch das Zusammenkommen mehrerer Unterschiedsdimensionen in einer Person (Intersektionalität und seine Bedeutung) sollte berücksichtigt werden.

Zusätzlich bekannten sich die DFG-Mitglieder zu ihrer Verantwortung gegenüber Angehörigen ihrer Einrichtungen und weiteren Personen im Hinblick auf den Schutz vor sexueller Belästigung, Diskriminierung und Mobbing.

 

Angepasst an die neuen Standards wurde auch das Berichtswesen der Hochschulen an die DFG. Künftig können die Hochschulen ihre Berichtsschwerpunkte zur Umsetzung von Maßnahmen entsprechend der eigenen strategischen Pläne, Fächerschwerpunkte sowie der Zusammensetzung ihrer Studierenden und Forschenden festlegen. Der Berichtszeitraums verlängert sich zudem um ein Jahr auf nunmehr drei Jahre.

Weitere Informationen erhalten Sie in der Pressemeldung der DFG.

Forschungsantragstellende der RWTH werden beim Gender & Diversity Consulting des IGaD zu den neuen Vorgaben beraten.