"Tage der Vielfalt 2021"

 

Tage der Vielfalt, 2. bis 5. November 2021 - das Programm

2. November 2021

15:30 bis 18:15 Uhr: Auftaktveranstaltung "Inklusion und Diversity: Blick nach vorne" mit der Hochschulleitung, der blinden Moderatorin Dörte Maack, dem AK Inklusion, Susanne Groth, Dr. Amma Yeboah, Dr. Isabel Sievers und dem IGaD
Die Tage der Vielfalt wurden mit einer Auftaktveranstaltung mit prominenten Gästen und engagierten Kolleg*innen eröffnet. Präsentiert wurden „Erfahrungen einer erblindenden Sportstudentin“ (Keynote: Dörte Maack), der neue Aktionsplan Inklusion (Dialog mit Akteur*innen der RWTH), Erfahrungen mit der Umsetzung von Aktionsplänen (Susanne Groth, Uni zu Köln) sowie Ansätze aus dem Diversity Management und aus der Antidiskriminierungsarbeit an Hochschulen (Keynotes: Dr. Amma Yeboah und Dr. Isabel Sievers).
Weitere Informationen: Zeit- und Ablaufplan .

3. November 2021

10:00 bis 11:30 Uhr: Kurzworkshop "Deaf Didaktik" mit Bastian Staudt und Horst Sieprath, SignGes
In dieser Veranstaltung wurden die Grundzüge und Vorteile der Deaf Didaktik vorgestellt. Diese spezielle Didaktik, die den Lernbedürfnissen von tauben Schüler*innen entspricht, kann auch in der allgemeinen Wissensvermittlung/Pädagogik genutzt werden, da sie mit der einprägsamen Visualisierung der Gebärdensprache arbeitet und so die Memorisierung unterstützt. Durchgeführt wurde der Workshop vom SignGes Kompetenzzentrum für Gebärdensprache und Gestik der RWTH.

14:00 bis 17:00 Uhr: Workshop "Resilienz - Wir stärken UNS!" für Studierende mit chronischen Erkrankungen oder Behinderung mit Sabine Jansen
"Was macht Menschen stark, gibt ihnen Stabilität und Orientierung im Leben? Was hilft ihnen dabei, die vielfältigen Herausforderungen anzunehmen und sie zu meistern? Was unterstützt sie, mit Schwierigkeiten, Unsicherheiten und Veränderungen gut umzugehen und Lösungswege zu finden?" Diese Fragen lassen sich alle mit dem Begriff Resilienz beantworten! Wie das genau funktioniert und was sich alles hinter diesem Begriff verbirgt, erfuhren die Teilnehmenden des Online-Workshops mit Sabine Jansen, die zertifizierte Resilienz- und Buisinesscoach ist. Der Workshop wurde in Kooperation mit VORSCHUB durchgeführt und richtete sich speziell an Studierende und Promovierende mit Behinderung und chronischer Erkrankung.

16:00 bis 18 Uhr: Vortrag "Frauenmangel in technischen Fächern - wieso eigentlich?" von Prof. Dr. Erika Ábrahám, RWTH
Prof. Dr. Erika Ábrahám ist Professorin für Informatik an der RWTH Aachen und leitet die Forschungsgruppe Theorie Hybrider Systeme. Seit 2012 ist sie zudem stellvertretende Gleichstellungsbeauftragte der RWTH Aachen. Sie ist Mitglied der Kerngruppe des European Network for Gender Balance in Informatics (EUGAIN), leitet in diesem Zusammenhang die Arbeitsgruppe „From Bachelor/Master Studies to Ph.D.“ und engagierte sich bereits in der Vorgänger-Arbeitsgruppe „Women in Informatics Research and Education (WIRE)“.
Sie berichtete in ihrem Vortrag über erste Erkenntnisse aus dem EU-Projekt "European Network for Gender Balance in Informatics – EUGAIN" und beleuchtete die Frage, warum Frauen in technischen Fächern immer noch unterrepräsentiert sind. Mit einem Rückblick auf bedeutende wissenschaftliche Errungenschaften von Frauen im Bereich der Informatik und der Erklärung grundlegender Prinzipien wie den sinkenden Frauenanteilen mit steigender Qualifikationsstufe (Leaky Pipeline) und der Darstellung einiger Statistiken sowie häufiger Ursachen für den Frauenmangel, schaffte sie eine gute Grundlage für die anschließende Diskussion. Unterschiedliche Personen innerhalb und außerhalb der RWTH konnten Rückfragen stellen und es entstand eine rege Diskussion und ein Erfahrungsaustausch über Diskriminierungserfahrungen im universitären Kontext.

4. November 2021

14:00 bis 15:30 Uhr: Vortrag "Diskriminierung im Alltag: Wie Rassismus in unserer Gesellschaft wirkt und wie wir ihm begegnen können" von Maurice Soulié und Christina Roth, politische Bildungsreferent*innen
Maurice Soulié und Christina Roth sind politische Bildungsreferent*innen für die Themen Antirassismus, kritisches Weißsein und Empowerment. In ihrem zweieinhalbstündigen, interaktiven Vortragsformat regten die Referentin und der Referent die Teilnehmenden zur kritischen Reflektion über Alltagsrassismus an. Die Teilnehmenden lernten Rassismus besser zu erkennen und Handlungsstrategien, anhand derer Rassismus im Alltag begegnet werden kann.
Dazu erläuterten Maurice Soulié und Christina Roth die Verankerung von Rassismus als Machtsystem in gesellschaftlichen Strukturen und dessen Aufrechterhaltung durch (unbewusste) Sozialisierungsmechanismen. Sie deckten auf, wie Rassismus im Alltag sichtbar wird z.B. durch Sprache und welche Auswirkungen er hat („Sprache bildet Wirklichkeit“). Am Ende der Veranstaltung gaben die Vortragenden konkrete Impulse für rassismuskritisches Denken und Handeln.

18:30 bis 20:30 Uhr: Vortrag "Rassismus als pädagogische Herausforderung" von Prof. Dr. Aladin El-Mafaalani, Universität Osnabrück
In mehrfacher Hinsicht stellt Rassismus eine pädagogische Herausforderung dar, etwa als curricularer Unterrichtsgegenstand oder als Problem innerhalb der Schule, etwa im Klassenzimmer (also insbesondere zwischen Lehrkraft und Kindern), auf dem Pausenhof (insbesondere zwischen den Kindern) oder im Lehrerzimmer (zwischen den Lehrkräften). Vor diesem Hintergrund wird im Vortrag u.a. gefragt: Warum wird das Themenfeld heute so relevant? Was lässt sich im Hinblick auf pädagogische Professionalität daraus ableiten? Welche weiteren Anforderungen werden an die pädagogischen Institutionen in den nächsten Jahren gestellt?
Aladin El-Mafaalani ist seit Juli 2019 Professor für Erziehungswissenschaft und Inhaber des Lehrstuhls für Erziehung und Bildung in der Migrationsgesellschaft an der Universität Osnabrück. In seinem mit rund 200 Teilnehmenden gut besuchten Vortrag gab Prof. El-Mafaalani einen umfassenden Einblick in die Situation an Schulen und die Handlungsoptionen für (angehende) Lehrer*innen. Der Vortrag war gleichzeitig Teil der Reihe „Aachener Abendgespräche zur schulischen Inklusion“ des Lehr- und Forschungsgebiets Heterogenität am Institut für Erziehungswissenschaft der RWTH.

5. November 2021

9:00 bis 13:00 Uhr: Workshop "Gender-faire Stellenausschreibungen" mit Dr. Tanja Hentschel, Universität Amsterdam
Dr. Tanja Hentschel ist seit 2017 Assistant Professor an der Universität Amsterdam und bereits seit 2013 freie Trainerin für die Themen Personalauswahl, Gender-Stereotype und -Biases, diversity-bewusstes Recruiting und Management, Führung und Karierreplanung. Der Workshop sensibilisierte Fakultätsmitarbeitende sowie Führungspersonen in den Fakultäten für die Bedeutung stereotypfreier bzw. gender-fairer Stellenausschreibungen, vermittelte das notwendige Hintergrundwissen und gab Anregungen, Hinweise, Werkzeuge und Tipps zu einer gender-fairen Gestaltung von Stellenausschreibungen. Anhand anschaulicher Beispiele und Forschungsergebnisse aus dem Bereich der Psychologie erfuhren die Teilnehmenden, welche kognitiven Biases bei der Stellenauswahl gute Entscheidungen beeinträchtigen können und lernten, wie man sich dessen bewusst wird und, beispielsweise anhand bewusster Umformulierungen der Ausschreibungen und anderer Stellschrauben, Personalauswahlverfahren so gestaltet, dass sich alle Geschlechter gleichermaßen angesprochen und zur Bewerbung ermutigt fühlen.

9:00 bis 12:00 Uhr: Training "Barrierefreie Lehre" mit Domingos de Oliveira, freiberuflicher Accessibility Consultant
Domingos de Oliveira arbeitet seit 2010 als freier Redakteur, Berater und Dozent vor allem zum Thema digitale Barrierefreiheit. Im Rahmen des Workshops wurden die Teilnehmenden für das Thema barrierefreie Lehre sensibilisiert lernten wichtige Methoden kennen, um ihre Lehre möglichst chancengerecht zu gestalten. Welche Barrieren für Menschen mit Beeinträchtigungen, beispielsweise bei Online- und Präsenzveranstaltungen oder aber auch in der Kommunikation, während Sprechstunden und in der Bereitstellung von Unterlagen, bestehen und wie man diese möglichst vermeiden bzw. die Vorteile bestimmter Formate nutzen kann, waren wichtige Inhalte.

18:00 bis 20:00 Uhr: Stammtisch für Studierende mit Beeinträchtigungen mit VORSCHUB
Am 12.02.2021 bot die Vertretung Studierender mit Behinderung und chronischer Erkrankung (VORSCHUB) erstmals einen krankheitsübergreifenden Stammtisch für Studierende mit Behinderung und chronischer Erkrankung statt. Seitdem bietet VORSCHUB regelmäßig betroffenen Studierenden und Promovierenden eine Plattform für Austausch und gegenseitige Hilfe unter der derzeitigen COVID-19 Pandemie. Der Stammtisch war in die Tage der Vielfalt eingebettet, findet aber regelmäßig statt. Aktuelle Informationen und Termine gibt es auf der Seite von VORSCHUB.