Strukturierung des Zugangs zu HPC Ressourcen

  Viertes Arbeitspaket

Beantragungs- und Bewilligungsverfahren auf Ebene 2

Ein strukturiertes Beantragungs- und Bewilligungsverfahren ist ein notwendiges Werkzeug zur Sicherung der wissenschaftlichen Qualität im Zugang zu HPC-Ressourcen. Um insgesamt einen bestmöglichen Einsatz der begrenzten HPC-Ressourcen zu erzielen, erfolgt die Beurteilung von Projekten anhand einer technischen und wissenschaftlichen Begutachtung nach Kriterien wie wissenschaftlicher Qualität und notwendigem Ressourcenbedarf. Technische Anforderungen werden zur Auswahl von Zielarchitekturen und -umgebungen herangezogen. In der Zusammenarbeit in der Gauß-Allianz haben die bundesweiten Tier-2-Zentren gemeinsame und anerkannte Empfehlungen für Beantragungs- und Bewilligungsverfahren zur Realisierung eines strukturierten Zugangs entwickelt.

Eine zwischen den Tier-2-Zentren in NRW abgestimmte Umsetzung dieser Empfehlungen ermöglicht eine Vereinheitlichung des Zugangsweges, beispielsweise durch den Einsatz gleicher Software und deren gemeinsamer Entwicklung und Konfiguration. Im Kontext von hpc.nrw wird die im GCS entwickelte Beantragungs- und Begutachtungssoftware an den Tier-2-Zentren im Land NRW mit gegenseitigen Unterstützungsleistungen zum Einsatz gebracht werden. Interessierte Tier-3-Zentren werden ebenfalls unterstützt. Der Zuschnitt, der an den einzelnen Zentren angebotenen Projektklassen, erfolgt nach Spezialisierung der drei Standorte, so dass für die Nutzer ein klarer Zugangsweg entwickelt werden und in einem Leitfaden (Quick Reference Card, s.u.) dargestellt werden kann. Durch hpc.nrw wird eine langfristige Sicherung der Qualität in der Begutachtung sowie ein entsprechendes Reporting und Accounting ermöglicht.

In der Durchführung von hpc.nrw wird im Zuge der Zusammenarbeit der drei Tier-2-Zentren untereinander und in Abstimmung mit der Gauß-Allianz und dem Gauß Center for Supercomputing die Umsetzung der o.g. Empfehlungen und Qualitätsstandards sichergestellt.


Durchlässigkeit zwischen den Ebenen 2 und 3

Um die Durchlässigkeit zwischen den Ebenen 3 und 2 zu erhöhen, werden Nutzer bei der Antragstellung an Zentren der Ebene 2 (oder höher) unterstützt.

Hierzu gehört eine Unterstützung des Nachweises der Skalierungsfähigkeit der Anwendung, wobei die Ergebnisse des Arbeitspakets 2 (Profiling, Monitoring und Performance Analyse) Anwendung finden. Diese Maßnahmen befördern eine erfolgreiche Antragstellung nach den Anforderungen der DFG und den o.g. gemeinsamen Kriterien.

Zur Sicherstellung der Grundversorgung für Standorte ohne Tier-3 Kapazität und der Fachhochschulen bieten die Tier-2-Zentren einen einheitlichen, strukturierten Zugang für HPC-Nutzer aller Hochschulen in NRW an. Die hierzu notwendigen Maßnahmen, wie z.B. im Identity Management, der Provisionierung und der Projektbewirtschaftung, werden zwischen den Zentren abgestimmt werden, so dass auch hier ein klarer Leitfaden erstellt und veröffentlicht werden kann. Ebenfalls werden besonders die Bedürfnisse kleinerer Rechenprojekte mit kurzfristigem Start sowie der Lehre durch entsprechende Projektklassen unterstützt. Alle Zentren bieten Beratungsdienstleitungen auch für Standorte ohne Zentren an.


Reporting und Accounting

Mit Blick auf die bundesweite Entwicklung des Hochleistungsrechnen wird in NRW ein gemeinsames Reporting und Accounting der Ebene 2 Zentren über die Nutzung der HPC- Systeme durch lokale, regionale und bundesweite Anwender aufgebaut. Dies wird die Unterstützung der erwarteten Anforderungen an das Reporting und Accounting für Tier-2-Zentren ermöglichen.

Grundsätzlich wird das aufzusetzende Reporting und Accounting Berichte ermöglichen, die den Anforderungen des NHR-Verfahrens genügen. Insbesondere wird eine Aufschlüsselung der Nutzung der HPC-Systeme nach Projektkategorien, nach Fachrichtung anhand der DFG- Klassifikation, und nach genutzter Simulationssoftware entwickelt. Die gewonnenen Daten werden zur weiteren Verfeinerung des Projektzuschnitts (auch zwischen den Zentren) und zur Weiterentwicklung der HPC-Systemumgebung einsetzt, ebenso wie zur Berücksichtigung der Nutzerbedürfnisse zum Sizing und zur Architekturauswahl in Beschaffungsverfahren.

Die Zentren der Ebene 3 erarbeiten gemeinsame Kriterien für ein schlankes aber aussagefähiges Reporting. Ziel sind vergleichbare Berichte über die Nutzung der Systeme.

 

Ansprechpartner für das Arbeitspaket ist die RWTH Aachen University,

HPC Gruppe,