Die Zukunft des Sportschuhs liegt in Aachen

30.01.2015
Dr.  Gloy Urheberrecht: Exzellenzcluster Integrative Produktionstechnik für Hochlohnländer

Seit Herbst 2013 nimmt das Institut für Textiltechnik (ITA) der RWTH Aachen am Forschungsprojekt „Speedfactory“ teil. Dort forscht der Wissenschaftler Dr.-Ing. Yves Gloy gemeinsam mit dem Sportartikelhersteller adidas und weiteren Partnern an der Frage, wie Unternehmen in Zukunft Produktinnovationen hervorbringen können. Dr. Gloy arbeitet seit mehr als fünf Jahren im Forschungsbereich „Selbstoptimierende Produktionssysteme“ des Exzellenzclusters „Integrative Produktionstechnik für Hochlohnländer“.

Kontakt

Name

Dr. Yves-Simon Gloy

Bereichsleiter Textilmaschinenbau

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+49 (0) 241 80-23470

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Im Gespräch mit Dr. Gloy ist man sich schnell sicher: Dieser Mann liebt seinen Job! Der gebürtige Bonner hatte schon während seines Studiums an der RWTH den Schwerpunkt Textilmaschinenbau schnell für sich entdeckt und so blieb er Aachen treu und promovierte am Aachener Institut für Textiltechnik (ITA). Seine Dissertation verfasste er dabei im Rahmen eines Projekts des Exzellenzclusters „Integrative Produktionstechnik für Hochlohnländer“ im Bereich der Selbstoptimierung des Webprozesses.

Gloy‘s Arbeit im Exzellenzcluster-Forschungsbereich „Selbstoptimierende Produktionsprozesse“ ging dabei weit über die Grundlagenforschung hinaus. „Der eigene Anspruch‚ exzellent zu forschen ist sehr hoch und zugleich auch sehr fördernd. Eine zusätzliche Motivation stellte für mich dabei der Transfer meiner Ergebnisse in die Industrie dar. Etwas Besseres kann man sich für seine Promotion kaum wünschen“, stellt Gloy den Vorteil der engen Verbindung zwischen Forschungs- und Industriewirklichkeit innerhalb des Exzellenzclusters heraus. Dadurch, dass die Cluster-Projekte über einen längeren Zeitraum zukunftsorientiert angelegt sind und die Forscherteams interdisziplinär arbeiten, empfand Gloy das Umfeld und den Austausch als ideale Voraussetzung und angenehme Abwechslung zu anderen Projektarbeiten. „Wir haben hier viele Möglichkeiten über die Institutsgrenzen hinweg und sehr eigenständig miteinander zu arbeiten.“

Aktuell arbeitet Dr. Gloy mit an dem Projekt „Speedfactory“, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert wird. Das Projektteam besteht aus der adidas Group, dem Automobilzulieferer Johnson Controls, KSL Keilmann, fortiss (einem An-Institut der TU München) und den Wissenschaftlern des ITA. Für das Projekt waren die Vorarbeiten aus dem Exzellenzcluster richtungsweisend, denn auch jetzt setzt sich für Gloy dieser Networking-Gedanke fort. Und schließlich hat man auch privat in Sachen Sport viel gemeinsam. „Das Team von adidas ist topfit! Die laufen alle noch einen halben Marathon nach Feierabend!“, unterstreicht der ehemalige deutsche Hochschulmeister im Florettfechten anerkennend.

Was das Exzellenzcluster mit seinen vielfältigen Forschungsfeldern mit Fokus auf die Zukunftsfähigkeit der Produktionsfähigkeit in Hochlohnländern wie Deutschland anstrebt, setzt der Sportartikelhersteller dabei bereits jetzt in Aussicht: Einen Teil seiner Produktion zu flexibilisieren und direkt vor Ort hochindividualisierte Schuhe fertigen zu können. Schließlich steige die Nachfrage nach individuell gestalteten Sportschuhen. Ziel sei es, die Lieferzeit radikal von Wochen auf Tage zu verkürzen und direkt dort zu fertigen, wo sich die Kunden befinden. So beschreibt Gloy die aktuellen Entwicklungen, die zum Umdenken geführt haben.

Zentrale Inhalte sind neben der Erforschung der notwendigen Kommunikation zwischen Mensch und Textilmaschine, auch die Findung von innovativen Materialien und Entwicklung eines völlig neuen Supply Chain Management, mit dem Ziel der Automatisierung des gesamten Produktionsprozesses.

Gloys Motivation steckt nicht nur an, sondern ist mit Teil seines Erfolgsgeheimnisses. So wundert es nicht, dass er vor kurzem zum Adjunct Professor der Clemson University im US-Bundesstaat South Carolina ernannt wurde. Die Universität liegt direkt im Cotton Belt der USA. Ziel ist es, die Verbindungen zur RWTH zu stärken und regelmäßige gemeinsame Forschungsprojekte durchzuführen. In diesem Jahr fand bereits ein erster Studentenaustausch statt.

 

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